EM Vilnius (Litauen)

Bereits schon ist die Europameisterschaft 2025 in Litauen eine Woche her. Ich schaue gerne auf eine schöne Woche mit interessanten Wettkämpfen, top Karten und eine organisatorisch gelungene Meisterschaft zurück.

Was meine eigenen Leistungen angeht, war die Woche etwas durchzogen. Als Schweizerteam sind wir extra einige Tage früher, bereits am Samstag, angereist, um noch im für uns eher unbekannten Gelände trainieren und so unser finales Wettkampfkonzept erstellen zu können. Aus diesen Trainings habe ich mitgenommen, dass es wichtig ist, immer auf der Karte zu bleiben und nie zu verlieren, wo man ist, da das Auffangen in all diesen vielen Wegen schwierig ist.

Am Donnerstag hat dann die EM mit dem Massenstart endlich gestartet. Es war ein sehr kalter Morgen. Uns erwartete ein Wettkampf mit vielen anspruchsvollen Routenwahlen aber auch ein sehr physischer Wettkampf. Ich hatte ein mehrheitlich gutes Rennen. Es sind mir zwar nicht alle Routenwahlen geglückt, aber dies ist wohl sehr vielen Athletinnen so ergangen. Technisch konnte ich aber meine Routen alle sauber umsetzen. So kam ich, obwohl ich mich physisch während dem ganzen Rennen nicht super gefühlt hatte, doch zufrieden als 13. im Ziel auf der Autobahnbrücke an.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Mitteldistanz; gestartet wurde direkt neben der täglichen Ziel-Arena. Ich habe einen sehr guten Start erwischt und lies mich auch nicht von den Lastwagen, welche mir ca. eine Minute lang den Weg versperrt haben, aus dem Konzept bringen. In der Mitte des Rennens habe ich dann aber eine Kreuzung falsch interpretiert und so einen rennentscheidenden Fehler begangen. Danach war ich für längere Zeit auf der Karte immer etwas zu langsam und habe so noch weitere Fehler und Umwege angehängt und viel Zeit verloren. Trotz gutem Konzept habe ich schliesslich eine sehr enttäuschende Leistung abgeliefert.

Am Samstag kam die Chance auf Revanche mit dem anstehenden Sprint. Das Konzept von der Mitteldistanz habe ich beibehalten und mir vorgenommen, dieses aber heute auch umzusetzen. Der Startteil führte in das steile Gelände und erforderte gute Routenwahlen. Danach folgte eine kürzere Transferstrecke in den flachen Stadtwald neben der Autobahn, in welchem es galt, gut vorbereitet zu sein und die Routenwahlen sauber umzusetzen. Ich hatte ein gutes Rennen, kam sauber ohne Fehler durch; einzig im Startteil habe ich nicht immer ganz die schnellste Route erwischt. Trotzdem bin ich super happy mit meinem 7. Rang, lediglich 20 Sekunden hinter den Diplomrängen – so nahe an einem solchen war ich noch nie; zumindest nicht, wenn die gesamte Weltspitze anwesend war.

Der letzte Wettkampf war wie immer die Staffel. An der EM ist es immer eine Mixed Staffel (2 Männer, 1 Frau). Ich war auf dem Massenstart für das 2. Schweizer Team (ein reines Frauenteam) aufgestellt. Ich musste dementsprechend relativ weit hinten starten und war am Anfang etwas eingeklemmt, konnte mich aber im weiteren Verlauf immer weiter nach vorne arbeiten und so mit der Verfolgergruppe auf die Schlussschlaufe. Dort gelang es mir, mich zuerst kurz von der Gruppe abzusetzen, machte dann aber noch einen kleinen Fehler und übergab so mit einem Teil der Gruppe an 5. Stelle liegend an die Fahrerin der 2. Strecke. In der Folge verloren wir an Plätzen gegen alle Männer 😉.

Abschliessend kann ich festhalten, dass ich eine unvergessliche Woche in Vilnius erleben durfte und viel lernen konnte. Ich freue mich bereits jetzt auf die WM in Polen!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert