Diesen Frühling verbrachte ich mehrere Wochenenden in unserem Nachbarland Frankreich. Die dort stattfindenden Wettkämpfe dienten mir in erster Linie dazu, nach der langen Saisonpause über den Winter wieder vermehrt mit einer Karte im Wald unterwegs zu sein. Ziel war auch, die etwas eingerosteten Orientierungsfähigkeiten wieder aus dem Winterschlaf zu holen und eine erste Standortbestimmung zu erhalten, wie es um meine physische Form steht.
Zudem zählten die Rennen auch als Selektionsläufe für die in Kürze stattfindende Europameisterschaft in Vilnius (Litauen).

Das erste Wettkampf-Wochenende Ende März fand in der Region Avignon statt. Wer jetzt denkt «cool im Frühling etwas südlicher, da ist das Wetter bestimmt schon etwas wärmer», der wäre bitter enttäuscht gewesen. Uns erwartete ein kühles und, zumindest am Samstag, sehr nasses Wetter und so wurde das sonst schon technisch anspruchsvolle Gelände mit den nassen Kalksteinen zu einer echten Herausforderung.
Bereits eine Woche später fand bei ebenfalls sehr nassen Bedingungen der Physis-Test auf dem Bremerloop statt. Die gefahrenen Zeiten konnten so nicht mit den letztjährigen (schön und trockene Bedingungen) verglichen werden. Bei mir kam noch dazu, dass ich mich leider in den Tagen zuvor erkältet hatte und damit nicht ganz fit zum Selektionslauf antreten musste. Da aber danach zwei Wochenende Rennpause war, blieb mir glücklicherweise genug Zeit, um mich ganz zu erholen, bevor wir über Ostern, zum Abschluss der Testlaufserie, nach Fontainebleau reisten.

Die Wälder, in welchen die Wettkämpfe stattfanden, waren sehr flach und hatten viele breite und schnell fahrbare Wege. Dies verlangte, dass man ständig Vollgas geben musste, jedoch nicht überpowern durfte, um nicht Gefahr zu laufen, die Kontrolle auf der Karte zu verlieren. Eine Gratwanderung, welche mir nicht immer ganz gelungen ist.
Eine zusätzliche Schwierigkeit, die wir Schweizer uns gar nicht gewohnt sind, bildeten Kreuzungen, in welche bis zu 12 Wege einmündeten. Dies erforderte genaues Zählen und Vorausschauen, um nicht den falschen zu erwischen.
Der Abschluss der Vorbereitung auf die EM bildeten die Wettkämpfe in Métabief, ca. 10 Autominuten von der Schweizergrenze in Vallorbe entfernt. Sowohl die Mitteldistanz wie auch die Staffel fanden im dort liegenden Bikepark statt. Bei der Mitteldistanz durften wir sogar den Sessellift hinauf an den Start nehmen, etwas, das ich sonst nur aus dem Fuss-OL kenne.
Nun steht also die bereits am Anfang des Textes erwähnte Europameisterschaft kurz bevor. Ich freue mich sehr darauf, mich erneut mit den weltbesten MTBO-Athletinnen messen zu dürfen und auf eine hoffentlich unvergessliche Woche mit dem Schweizer Team in Litauen.
Die Wettkämpfe vom 14.-18. Mai könnt ihr hier verfolgen.
IOF Eventor
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