Nach einigen Wochen im Wintertraining in der kalten Schweiz, war es an der Zeit für das erste Trainingslager des Jahres. Nachdem ich mich schon seit Wochen auf endlich etwas wärmere Temperaturen gefreut hatte, ging es pünktlich Ende Januar los in Richtung Teneriffa.

Der Wetterbericht versprach uns eine schöne Woche mit viel Sonnenschein und warmen 20 Grad. Ideale Temperaturen für lange Trainingseinheiten.
Schon kurz nach der Ankunft konnten wir feststellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die der Kälte entfliehen wollten: Kaum jemand am Flughafen hatte «nur» einen Koffer dabei, die Meisten hatten noch ein Fahrrad oder eine Golfausrüstung mit auf die Insel gebracht. Mit unseren Mountainbikes waren wir aber im Vergleich zu den vielen Rennradfahrern Exoten. Im Vorfeld der Reise stand dies in unserer Gruppe auch zur Diskussion. Da wir es aber eher gewohnt sind viele Stunden auf den Bikes zu sitzen und weniger auf dem Rennrad, fiel der Entscheid zugunsten der Bikes aus.
In der ersten Wochenhälfte starteten wir unsere Trainings jeweils direkt von der Unterkunft aus. Schnell mussten wir jedoch feststellen, dass es nicht immer ganz einfach war Routen zu planen, die in einen Tag passen. Dies vor allem deshalb, weil es jeweils knapp 1000hm die teils steilen Hügel zu erklimmen galt, damit wir an einen Trail-Start kamen und nicht auf den Teerstrassen wieder hinunterfahren mussten. Wollten wir mehr als nur eine kurze Abfahrt haben und mehrere Trails aneinanderhängen, waren es zuerst gar knapp 2’500hm. Die Höhenmeter an sich sind ja noch das eine, aber dazu kamen immer noch 20km + an Distanz.
Dies war auch der Grund, wieso wir schnell auf ein längeres Training pro Tag anstelle von 2 Trainings umgestiegen sind. Die Unterkunft lag im Süden der Insel ca. 10 km vom Flughafen entfernt. Dieser Teil der Insel ist sehr steinig und die Abfahrten waren dementsprechend sehr ruppig und anspruchsvoll. Ich kam immer mal wieder technisch an meine Grenzen und in gewissen Abschnitten mussten wir die Bikes tragen (sowohl rauf wie runter). Das führte dazu, dass auch für die Abfahrten genug Zeit eingerechnet werden musste, was wir am Anfang etwas unterschätzt haben. Glücklicherweise haben wir unsere Routen jeweils so geplant, dass wir problemlos etwas abkürzen konnten.


Nach den ersten 4 Tagen gönnten wir uns einen Ruhetag. Der ursprüngliche Plan war, dass wir da etwas Zeit hätten, um das Touristenleben zu geniessen. Diesen verfolgten wir dann jedoch nicht, denn wir hatten alle eine Pause nötig und so wurden die Swissorienteering Profile aktualisiert, Skirennen geschaut und wir haben entschieden, ein zweites Auto zu mieten, um auch noch in anderen Regionen der Insel Trainings absolvieren zu können. Am Abend sind wir dann doch noch nach Los Christianos gefahren, einem typischen Touristenstädtchen, in welchem sich niemand von uns so richtig wohlgefühlt hat. Nach dem Ruhetag brachen wir mit den Autos auf in den Westen der Insel (Region Arena Negras). Auf dem Plan stand ein längeres Training in der Region, in welcher man noch am meisten von den Ausbrüchen des Teides sehen kann. Die Vegetation wechselt häufig, teilweise Pinienwald, dann wieder alte Lavaströme mit viel Gestein und ganz oben ist es eine schwarze Flächenlandschaftlich – einer der schönsten Orte, an welchem ich je gewesen bin.
Nach einem weiteren Trainingstag mit Start ab unserer Unterkunft starteten wir an unserem letzten ganzen Tag noch in Richtung Nord-Osten der Insel. Auch hier erwartete uns noch einmal ein völlig anderes Landschaftsbild. Auf dieser Seite der Insel scheint es wohl deutlich mehr Niederschlag zu geben als an anderen Orten. Es war grün, einer Farbe, der wir nicht häufig begegnet sind. Der Wald ist viel dichter, teilweise fast etwas urwaldartig. Hier ist die Insel auch wieder relativ steil. Wir haben also noch einmal fleissig Höhenmeter gesammelt. Die Trails waren aber deutlich weniger anspruchsvoll, wohl vor allem deshalb, weil es in dieser Gegend viel weniger steinig ist. Dafür gab es keine Teerstrassen für die Aufstiege. Wir erwischten also alles in allem noch einmal einen richtig schönen Tag als Abschluss, bevor es tags darauf, nach einem kürzeren Training früh morgens (Start noch vor Sonnenaufgang), wieder ans Packen und Aufbrechen in Richtung Flughafen und zurück in den Winter ging.
Wir blicken also auf eine schöne, warme Woche mit vielen qualitativ wertvollen Stunden auf dem Bike zurück. Diese anspruchsvollen Trainings, zusammen mit der übrigen Winterarbeit, werden uns hoffentlich die gewünschte physische Grundlage für die kommende Wettkampfsaison schaffen.

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