Nach einem langen, kalten und schneereichen Winter wurde es in Stockholm langsam wärmer, und der Schnee begann zu schmelzen. Für mich war das das Zeichen, in Richtung Süden aufzubrechen – zum ersten Trainingslager des Jahres mit dem Nationalteam in Portugal.
Da ich aufgrund der Universität nicht zu lange fehlen konnte, reiste ich einen Tag später an und musste einen Tag früher abreisen. Dadurch verpasste ich leider zwei Wettkämpfe. Dennoch war ich sehr froh, dass ich es überhaupt geschafft habe, wärend des Semesters eine Woche im Trainingslager zu verbringen – etwas, das zunächst unmöglich erschien.
Mitte März ging es dann am Samstagmorgen, nach einer kurzen Spinning-Einheit zum Aufwachen und Beine lockern, los Richtung Portugal – in die Wärme und Sonne. Nach der langen Reise war ich allerdings zu müde, um mein Bike noch am selben Abend auszupacken. Deshalb erledigte ich das am Sonntagmorgen bereits kurz nach 6 Uhr, um rechtzeitig für den ersten Wettkampf bereit zu sein, der gleichzeitig als Selektionslauf diente.
Der Auftakt war ein Sprint in einem kleinen, hügeligen Dorf. Die Strecke bot abwechslungsreiche Abschnitte mit sowohl technischen als auch physischen Herausforderungen. Trotz leichter Erkältung und der anstrengenden Anreise fühlte ich mich überraschend gut und konnte gleich zu Beginn der Saison zeigen, wofür ich trainiert habe. Mit dem Sieg war ich mehr als zufrieden.
Am Montag standen ein Sprinttraining am Morgen und ein Mitteldistanztraining am Nachmittag auf dem Programm. Da das Wetter nicht mitspielte, hielten wir die Mittagspause kurz, um möglichst schnell wieder zurück in die warme und trockene Unterkunft zu kommen. Anschließend mussten die Bikes gereinigt werden – keine einfache Aufgabe ohne fliessendes Wasser im Außenbereich. Mit Eimer, Bidon und viel Geduld klappte es trotzdem. (Fragt lieber nicht, wie die Autos aussahen, in denen wir die schmutzigen Bikes transportieren mussten 😉.)
Am Dienstag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite. Am Vormittag absolvierten wir ein kombiniertes Mittel- und Sprinttraining auf einer reduzierten Karte (nur Höhenkurven und Wegenetz). Nach einer längeren Mittagspause ging es am Nachmittag weiter mit einer verkürzten Mitteldistanz in einem Rebberggebiet. Dieses Training führten wir spontan als Schweizer Team im Massenstartformat durch. Zum Abschluss des Tages mussten wir uns noch eine kurze Strecke einprägen und selbst zeichnen, die wir am nächsten Tag abfahren sollten.
Am Mittwoch folgten erneut ein Sprinttraining am Morgen und ein Langdistanztraining am Nachmittag. Um den Startpunkt der Langdistanz zu finden, mussten wir unsere am Vortag selbst gezeichneten Karten nutzen – gar nicht so einfach, wenn weder Wegverläufe noch Distanzen exakt stimmen.

Am Donnerstag stand zum Abschluss des Trainingslagers ein weiteres Sprinttraining sowie ein Massenstart auf dem Programm. Diesen hätten wir beinahe verpasst, da wir uns mit dem Auto verfuhren (falsche Koordinaten). Der Massenstart selbst hatte es dann noch einmal in sich: sehr steile Anstiege sorgten für einen richtig harten Abschluss. Umso willkommener war der «Ruhetag» am Freitag, den wir für einen kürzeren Adventure Ride nutzten.
Für mich persönlich war der Samstag bereits der letzte Tag – mit zwei Wettkämpfen: einem Massenstart am Morgen und einem Sprint am Nachmittag. Da nur der Massenstart als Selektionslauf gewertet wurde, galt es dort noch einmal alles zu geben. Am Morgen war es noch recht kühl, und die Startverzögerung machte es nicht einfacher: Nach dem Aufwärmen mussten wir lange warten und kühlten wieder aus. Nichtsdestotrotz gelang mir ein sehr gutes Rennen, und ich konnte mit knapp 20 Sekunden Rückstand den zweiten Platz erreichen.
Auf der langen Rückreise hatte ich genügend Zeit, ein Fazit zu ziehen: Ich durfte eine intensive und erfolgreiche Woche mit dem Schweizer Team im meist warmen Portugal verbringen. Nach dem langen Winter ohne Training im Freien konnte ich viele Stunden auf dem Bike mit Karte sammeln und so einen wertvollen Trainingsblock absolvieren. Besonders gefreut hat mich das doch sehr positive Feedback: Physisch konnte ich gut mithalten, und ich kann nun mit der Gewissheit in die letzten Vorbereitungen für die Saison 2026 starten, dass mein – wenn auch etwas anders gestaltetes – Wintertraining auch effektiv war.

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