Weltcup-Auftakt nach Mass

Der diesjährige Auftakt des MTBO-Weltcups fand in Ungarn, genauer gesagt am Balatonsee, statt. Da ich selbst noch nie in Ungarn war, war ich sehr froh, dass wir vor dem Weltcupstart noch einige Tage im umliegenden Gelände trainieren konnten.

So trafen wir uns nach unterschiedlichen Anreisen (mit dem Nachtzug von Zürich oder mit Flügen aus Spanien und Schweden) am Samstagnachmittag in einer Unterkunft, die nur fünf Minuten mit dem Bike vom Trainingsgelände entfernt lag.

In den folgenden Tagen absolvierten wir ein Langdistanz- und ein Mitteldistanztraining auf den Bahnen der ungarischen Meisterschaften von 2024 sowie abschliessend ein Massenstart-Intervalltraining, das Chrige für uns organisiert hatte. Am Ruhetag am Mittwoch blieb dann genug Zeit, die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen und einen Plan für die Rennen festzulegen.

Der Weltcup startete am Donnerstagnachmittag mit dem Model Event, und genau zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich zum ersten Mal richtig gut auf dem Bike und nicht mehr so müde wie in den Tagen zuvor. Es schien, als wäre mein Körper doch noch bereit für den Saisonstart. Mein Optimismus stieg – genauso wie die Vorfreude darauf, dass es nun endlich losgeht.

Am Freitagnachmittag war es dann so weit: Die Saison begann mit einer meiner Lieblingsdisziplinen, dem Sprint. Das Gelände bot nicht sehr viel, sodass es zu einem erwartungsgemäss schnellen und eher einfachen Sprint kam – mit einzelnen anspruchsvollen Abschnitten auf den Wiesen sowie in halboffenen Waldteilen. Ich erwischte einen guten und kontrollierten Start und konnte das Tempo den technischen Anforderungen anpassen. Leider verfing sich beim 14. Posten im ungünstigsten Moment ein Ast in meinem Wechsler, wodurch ich die Abzweigung verpasste. Ich realisierte den Fehler jedoch ziemlich schnell und konnte den Zeitverlust in Grenzen halten. Nach einem ansonsten fehlerfreien Rennen fuhr ich zeitgleich mit einer Finnin auf den für mich sehr zufriedenstellenden 4. Rang.

Am Samstagmorgen stand die Mitteldistanz auf dem Programm. Diese fand wiederum fast ausschliesslich im Wald statt und bot einige spannende Routen, die ich leider nicht immer optimal wählte. Ausserdem waren viele Kreuzungen schlecht oder erst spät erkennbar, was dazu führte, dass ich öfter Abzweigungen knapp verpasste und umdrehen musste. Allerdings war ich damit in guter Gesellschaft. Diese vielen kleinen Fehler raubten mir das gute Gefühl und den Flow beim Orientieren. Dennoch liess ich mich nicht zu sehr irritieren und versuchte, bis zum Schluss zu kämpfen. Trotz eines sehr schlechten Gefühls im Ziel war der Rückstand mit nicht einmal zwei Minuten viel kleiner als erwartet, und auch die Rangierung als Siebte überraschte mich sehr.

Zum Abschluss der ersten Weltcuprunde fand noch eine Langdistanz im teilweise gleichen Gelände wie die Mitteldistanz statt. Diesmal waren die Routen jedoch deutlich länger und mit mehr Höhenmetern versehen. Neben den kniffligen Routenwahlentscheidungen galt es, sich gut zu verpflegen und auf den teilweise rauen Wegen weiter zu pushen – auch wenn es sich selten leicht oder schnell angefühlt hat. Mir gelang erneut ein sehr solides Rennen, auch wenn ich vor allem auf zwei Routen viel Zeit verlor. Physisch fühlte ich mich jedoch deutlich besser als am Vortag in der Mitteldistanz. So durfte ich mich im Ziel über den 3. Platz und damit meinen ersten Podestplatz in der Langdistanz auf Weltcupstufe freuen.

Wie ihr diesem Bericht entnehmen könnt, darf ich auf einen sehr gelungenen Weltcup-Auftakt zurückblicken. Ich bin super happy, dass ich in allen drei Rennen meine Leistung abrufen und stabile Resultate erzielen konnte. Dass ich in allen Disziplinen in die Top 7 fahren konnte, überrascht mich selbst, zeigt mir aber klar, dass ich diesen Winter gut trainiert habe und mehr als bereit für den Rest der Saison bin. Schon in knapp drei Wochen geht es für mich nach Portugal an die Europameisterschaften.

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