Weltcupfinale in Bulgarien – Ein eher schwieriger Saisonabschluss

Lange blickte ich mit gemischten Gefühlen auf das Weltcupfinale in Bulgarien. Schon an der letztjährigen WM fühlte ich mich in diesem Land nicht besonders wohl. Doch je näher die Wettkampfwoche rückte, desto grösser wurde meine Vorfreude.

Sprint – Ein Rennen, das alles von mir abverlangte

Am Start des Sprints fühlte ich mich bereit und gut eingestellt auf ein schnelles, physisches Rennen. Beim Aufnehmen der Karte wurde mir sofort klar: Es würde ein richtig schnelles Rennen werden. Doch schon in einer der ersten Kurven wäre ich beinahe gestürzt – lose Steine und Dreck machten selbst Teerstrassen rutschig. Die Unsicherheit war sofort da, und ich fuhr jede Kurve vorsichtiger als geplant.

Wie gewohnt versuchte ich möglichst viele schnelle Wege – sprich Teerstrassen – einzubauen, auch wenn diese teils länger waren. Am Abend zeigte die Auswertung jedoch klar: Entscheidend war die kürzeste Route, nicht die schnellste Klassierung. Ein kleiner Fehler von rund 40 Sekunden kam noch dazu – in einem so schnellen Rennen lässt sich das schlicht nicht kompensieren. All dies zusammen führte zu einem enttäuschenden Ergebnis in der sonst von mir so geliebten Sprintdistanz. Gleichzeitig war ich erleichtert, unverletzt geblieben zu sein – etwas, das an diesem Tag leider nicht allen gelang.

Langdistanz – Stark unterwegs, aber ein Fehler zu viel

Die Langdistanz führte uns in typisch bulgarisches, hügeliges Gelände: lange, steile Anstiege und Wege mit sehr unterschiedlicher Befahrbarkeit. Ich erwischte einen hervorragenden Start, fühlte mich physisch stark und fuhr zeitlich ganz vorne mit.

Dann jedoch passierte mir ein grober Routenwahlfehler, verstärkt durch die Unsicherheit aufgrund eines anders als auf der Karte verlaufenden Wegs. Über zehn Minuten Zeitverlust waren die Folge – das Rennen war damit entschieden. Dennoch nehme ich viel Positives mit: Ohne diesen Fehler wäre ich in einem fast zweistündigen, physisch harten Rennen auf Rang fünf gefahren. Das gibt mir viel Selbstvertrauen.

Mixed-Staffel – Premiere im 1. Team der Schweiz

Zum Abschluss stand die Mixed-Staffel auf dem Programm. Aufgrund meiner starken WM- Resultate und meiner guten Form am Weltcupfinale durfte ich erstmals im 1. Team der Schweiz starten – eine grosse Ehre und Motivation. Einzig die Halsschmerzen, die mich die ganze Nacht plagten, breiteten mir etwas Sorge. Nach einer Testfahrt vor dem Frühstück, beschloss ich, dass ich mcih ansonsten gut fühlte und ein Start möglich war. Rückblickend stellte sich die Entscheidung glücklicherweise als richtig heraus.

Ich kam trotz Nervosität konzentriert und kontrolliert ins Rennen. Im langen Aufstieg musste ich die Spitzengruppe zwar etwas ziehen lassen, konnte mir mein Rennen aber optimal einteilen. In der Abfahrt verlor ich aufgrund der längsten Gabelungsvariante noch einige Plätze, übergab jedoch nur knapp hinter der zweiten Gruppe mit rund sieben Athletinnen.

Leider kämpfte unser Team auf der zweiten Strecke mit technischen Problemen: Ein Lenker, der sich nach einem Sturz ständig verdrehte, kostete wertvolle Zeit. Am Ende erreichten wir Rang 7 – ein Resultat, das für uns enttäuschend ist und trotzdem zeigt, welches Potenzial noch vorhanden ist, wenn wir einmal alle ohne grössere Zwischenfälle durchkommen.

Saisonabschluss – Zeit zum Durchatmen

Mit diesem Wochenende geht eine lange, intensive internationale Saison zu Ende. Jetzt freue ich mich auf ein paar Wochen mit schönem Herbstwetter, Training nach Lust und Laune und anschliessend eine wohlverdiente Trainingspause.

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