Vom 09. – 15. September 2024 fand in Shumen, Bulgarien, die Bike-OL Weltmeisterschaften der Elite und Junior*innen statt.
Sprint

Gestartet hat die WM in Bulgarien mit einem urbanen Sprint. Ich bin gut ins Rennen gekommen und habe schnell den berühmten Flow gefunden. Trotz mehreren suboptimalen Routen lag ich lange sehr gut im Rennen. Leider verlor ich bei Posten 13 von 16 kurzzeitig die Konzentration und fuhr einen grossen Umweg. Dieser kostete mich mehr als eine halbe Minute und damit auch ein Diplomplatz. Trotzdem diesem grossen Fehler konnte ich als 10. mein Top 10 Platz aus dem letzten Jahr verteidigen.
Massenstart
Der Massenstart ist traditionellerweise die Disziplin, bei welcher am Meisen Fehler gemacht werden. Dies bewies sich bei mir leider bereits zum 1. Posten, wo ich die schnelle Route zu spät realisiert habe und so schon etwas Zeit verloren habe. Da dies aber auch vielen der Topfavoritinnen so ergangen ist, konnten wir das entstandene Loch relativ schnell schliessen. Danach konnte ich länger mit der Spitzengruppe mithalten, bevor ich den Kontakt in einer Steigung leider verloren habe. Von da an wurde es für mich ein eher einsames Rennen, bis ich von einer starken Tschechin (welche wohl zuvor Fehler gemacht haben musste) eingeholt wurde und so wieder etwas von ihrem höheren Tempo profitieren konnte. Dank den Gabelungen konnte ich nach ca. 2/3 der Renndauer mir einen Überblick über den Rennstand verschaffen und musste feststellen, dass ich zwar zeitlich noch nicht all zu weit zurück liege aber sehr viele Athletinnen noch vor mir sind. Es gelang mir in der Folge (im Gegensatz zu vielen anderen) Ruhe zu bewahren und keine Fehler zu begehen. Trotzdem war die Überraschung im Ziel doch recht gross, als ich als 9. über die Ziellinie fuhr.
Middle
Leider erwischte ich nach dem Massenstart eine Magenverstimmung und war konnte mich nach dem Rennen nicht bis zum Start der Mitteldistanz nicht mehr richtig verpflegen. Dies wirkte sich jedoch vor allem mental negativ aus. Ich schaffte es leider nie richtig in den Wettkampfmodus zu kommen schweifte gedanklich oft ab und machte diverse unerzwungene Fehler. Physisch fühlte ich mich auch nicht top, aber das war sicher nicht das Hauptproblem. Durch mein schlechtes Rennen verlor ich leider auch den Kampf um den U23 Gesamtweltcupsieg.

Long
Auch an der Langdistanz plagte mich mein Magen weiter. Leider ist die erhoffte Erholung nach dem Ruhetag so nicht eingetroffen. Ich konnte immer noch nicht richtig Frühstücken und so ist mein Rennen schnell zusammengefasst. Ich wollte trotz den schlechten Vorzeichen nicht auf den Start verzichten und es zumindest versuchen. Also startete ich wie gewohnt musste jedoch schnell feststellen, dass schlicht zu wenig Energie im Tank war, um eine harte 2h Langdistanz durchzustehen. So brach ich den Versuch nach ca. 20 Minuten ab und fuhr gemütlich zurück ins Ziel vor allem auch, weil ich wusste, dass tags darauf noch die Frauenstaffel stattfinden, würde bei welcher meine beiden Teamkolleginnen auf mich zählten.
Staffel

Endlich fühlte ich mich wieder gut, konnte normal essen und war auch im Kopf wieder bereit zu leiden. Jana Lüscher Alemany unsere Starfahrerin hat einen richtig guten Wettkampf gezeigt ist über sich hinausgewachsen und konnte mir an fünfter Stelle übergeben. Ich konnte zusammen mit einer Tschechin starten merkte jedoch schnell, dass ich physisch stärker war als sie und begab mich auf die Flucht nach vorne. In folge gelang es mir die Balance zwischen einfacheren, schnellen Teilen und kartentechnisch anspruchsvolleren und damit langsameren Gebieten zu finden und so konnte ich eine nahezu fehlerlose Ablösung fahren und unsere Schlussfahrerin Ursina Jäggi als zweite auf die Bahn schicken. Sie konnte unsere Vorlage nutzen und uns mit einer soliden Leistung die Bronzemedaille sichern.
Die Staffel war für mich damit sicher das Highlight der diesjährigen WM auch und gerade weil die Medaille für uns (nach einer eher durchzogenen WM) doch eher überraschend kam und es als Einzelsportlerin doch auch cool ist mal als Team zu fahren und den Erfolg teilen zu dürfen.

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