Mit grossen Erwartungen nach einem gelungenen Saisonauftakt reiste ich Ende Mai mit dem schwedischen Nationalteam nach Portugal an die Europameisterschaften 2026 (natürlich schloss ich mich nur für die die Reise dem schwedischen Team an).
Schwieriger Start im Sprint
Den Auftakt machte der Sprint in der historischen Festungsstadt Almeida. Die hohen Burgmauern und die Altstadt versprachen einen technisch anspruchsvollen Wettkampf. Doch schon beim ersten Blick auf die Karte wurde klar: Statt kniffliger Orientierungsaufgaben wartete ein extrem schnelles Rennen mit keiner Fehlertoleranz.
Leider unterliefen mir zwei grössere Fehler, die in einem solchen Rennen hart bestraft werden. Am Ende blieb Rang 10 und eine gewisse Enttäuschung. Positiv war jedoch die Erkenntnis, dass ich meine physische Form vom Weltcup konservieren konnte.

Überraschender Titelgewinn in der Mitteldistanz
Am nächsten Tag stand die Mitteldistanz in der Nähe von Vilar Formoso auf dem Programm. Bereits kurz nach dem Start verlor ich durch einen Fehler rund eine Minute. Kurz dachte ich das Rennen sei nun bereits gelaufen. Trotzdem gelang es mir jedoch, einen mentalen Neustart hinzulegen und mich voll auf den Rest des Rennens zu konzentrieren.
Von diesem Moment an lief alles nach Plan. Ich absolvierte ein fehlerfreies Rennen und kämpfte mich zurück. Dennoch war die Überraschung gross, als ich auf dem Weg ins Ziel hörte, wie der Speaker mich als neue Europameisterin ankündigte. Ein sehr spezieller Moment, so meinen ersten Titel feiern zu dürfen.
Gold auch im Massenstart
Zum Abschluss der Einzelrennen wartete mit dem Massenstart meine Lieblingsdisziplin. Die Strategie war klar: Kräfte sparen, möglichst wenig Führungsarbeit leisten und auf den richtigen Moment warten.
Diese Taktik ging auf. Rund zwei Drittel des Rennens waren absolviert, als ich mich gemeinsam mit einer dänischen Konkurrentin von der Spitze absetzen konnte. Kurz vor Schluss schloss zwar noch eine Schwedin zu uns auf, doch wir hatten uns bereits besser auf die entscheidende Rennphase vorbereitet.
Zwei Posten vor dem Ziel übernahm ich wie geplant die Führung. Zwar sorgte ein kleiner Navigationsfehler noch einmal für Nervenkitzel, doch am Ende reichte es dennoch zum Sieg – und damit zu meinem zweiten Europameistertitel innerhalb weniger Tage.

Enttäuschung in der Staffel
Zum Abschluss stand die Staffel auf dem Programm. Gemeinsam mit Adrian und Noah hatten wir uns viel vorgenommen und wollten um die Medaillen kämpfen.
Ich erwischte einen guten Start und übergab als Dritte mit nur rund 40 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Im weiteren Rennverlauf kostete uns jedoch ein Fehler viel Zeit, wodurch die Medaillenchancen verloren gingen. Das ist der Sport, wir gewinnen als Team und wir verlieren als Team. Aber eins ist klar wir lernen daraus und werden nächstes Mal wieder voll angreifen.
Mit viel Selbstvertrauen Richtung WM
Trotz der verpassten Staffelmedaille überwiegt die Freude deutlich. Zwei Europameistertitel bei einer Meisterschaft sind weit mehr, als ich mir je erhofft hatte. Die EM in Portugal wird mir deshalb noch lange in bester Erinnerung bleiben.
Nun steht zunächst etwas Erholung auf dem Programm, bevor Ende August mit der Weltmeisterschaft in Mora bereits das letzte grosse Saisonhighlight wartet.

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